Kategorie-Archiv: zusammenleben

Wohlfahrtswelt nicht Wohlfahrtsstaat

Wohlfahrt (von Mittelhochdeutsch wolvarn: Wohlergehen) ist
• Bemühung um die Deckung der Grundbedürfnisse von Menschen und um einen gewissen Lebensstandard,
• planmäßige, zum Gemeinwohl ausgeübte Sorge für notleidende oder gefährdete Menschen,
• Sorge für die Gesundheit der Mitmenschen, deren sittliches oder wirtschaftliches Wohl bzw. deren Erziehung zu besseren Menschen,
• Vorbeugung oder Abschreckung vor moralischem, selbst herbeigeführtem körperlichem oder materiellem Verfall.

So beschreibt Wikipedia die Wohlfahrt.
Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, die Voraussetzung für die Wohlfahrt in jedem einzelnen Menschen anzulegen (der Wille zur Wohlfahrt muss im einzelnen Menschen keimen können):

• Fähigkeit die Wohlfahrtsbedürfnisse selbst definieren zu können
• Fähigkeit, sich und seine eigenen Bedürfnisse zu spüren
• Fähigkeit mit sich und anderen Menschen tatsächlich in Beziehung zu treten (Mitgefühl, Empathie)
• Die Fähigkeit, die Freiheit mit Verantwortung verbinden zu können
• Das Wissen, dass jeder Mensch teil eines grossen Zusammenhanges ist
• Die Fähigkeit für die Welt und für die Mitmenschen zu leben und zu sorgen (so ist auch für jeden einzelnen gesorgt)
• Anstelle der vielgepriesenen Abgrenzung, die Fähigkeit und das Selbstvertrauen zu haben, sich einzubringen und zu zeigen

Voraussetzung ist eine Bildung, die den Menschen ein Bewusstsein in dieser Richtung vermittelt. Bildung die darauf ausgerichtet ist das heutige kapitalistische System, welches hauptsächlich durch die Faktoren der Gier und der Macht belebt wird, zu erhalten ergibt keinen Sinn und lässt keine Wohlfahrt zu.

Wohlfahrt wird in unserer Gesellschaft immer auf Kosten von anderen Menschen ermöglicht. Unsere heutige Wohlfahrt scheint nur durch Abgrenzung zu funktionieren. Diese Idee wird dadurch unterhalten, dass jeder Einzelne um seine eigene Wohlfahrt bangen muss, sobald er sich zu sehr Menschen und einer Welt öffnet, die Hilfe und Unterstützung braucht. Wohlfahrt ist in den Wohlstandsstaaten nur solange machbar, wie der Wirtschaftsapparat auf Kosten der Welt und auf Kosten von Menschen genügend Profit abwirft.

Ausreichende Nahrung, Wohnraum, Bildung, Wohlbefinden sind für die ganze Menschheit machbar, dafür haben wir erwiesenermassen einerseits genug Ressourcen und andrerseits genügend Knowhow.

Die Menschheit könnte mit einem drittel des derzeitigen Aufwandes ihre Bedürfnisse sinnvoll und nachhaltig decken. Ungefähr zwei drittel der insgesamten Produktion auf dem Planet Erde wird nur getätigt, um die verrückte Geldvermehrung zu unterhalten, um Schulden zu decken, welche ein System erfindet, damit Einzelne unmässig profitieren können.

Geld ist kein wirtschaftlicher Wert, Geld ist ein Rechtsmittel (für den Tausch gegen Ware), es erlaubt jedem einzelnen Menschen, seine Bedürfnisse mit dem kleinstmöglichen Aufwand zu decken. Geld soll nicht gestapelt und geschuldet werden, sondern dem Menschen die Grundlage garantieren, seiner Berufung nachzugehen.

Wohlfahrtswelt nicht Wohlfahrtsstaat; wie komme ich auf den Titel des Blockartikels. Weil ich immer dann, wenn es um die Wohlfahrt geht, wenn es um das Wohlergehen der Menschen geht hören muss, dass dies nur und ausschliesslich funktioniert, wenn man sich abgrenzt. Abgrenzung gegen andere Staaten, Abgrenzung gegen Einwanderer, Abgrenzung gegen anderes Denken, Abgrenzung gegen andere Kulturen und Religionen. Ohne die Abgrenzung (wird suggeriert) wird man nämlich ausgenommen, von den Faulen und von den Nichtstuern, von den andersgläubigen, von den andersdenkenden.
Es ist definitiv nicht so. Es gibt keine Menschen die nichts tun wollen. Es gibt vor allem viele Menschen, die im Rad des Profitzwanges funktionieren müssen und die auf Kosten anderer ihren Wohlstand erhalten müssen. Diese Menschen tun dies nicht wirklich wissentlich, sondern sie tun es aus Angst davor, auch auf der Bedürftigen Seite der Menschheit zu landen. Was sie nicht erkennen, ist, dass unser System, der Wohlfahrtsstaat, das Wohlergehen durch Gier und Machtstreben am Leben erhalten wird. Das die Wohlfahrt des einzelnen vor allem darauf ausgerichtet ist, dass es jedem gut genug geht, um im System zu funktionieren, es am Leben zu erhalten und das jeder einzelne immer die Restangst behält, zu verlieren, was er hat.

Eine Wohlfahrtswelt hat keine Feinde mehr. Der Feind ist, wenn es ihn noch gibt, nicht mehr aussen, sondern drin in jedem einzelnen von uns (vielleicht ist er dies schon immer).
Die Wirtschaft der Welt braucht eine neue Devise: „Nichts für mich, alles für die Anderen“. Für eine sinnerfüllte und befriedigende Produktion und es geht nicht mehr um Profit, sondern um wahre Bedürfnisse, um Nachhaltigkeit und um Qualität. Von dieser Wohlfahrt kann dann jeder profitieren, weil er ja immer auch der „Andere“ ist.

Eine solches Zusammenleben hätte nichts mit Abgrenzung und Angst zu tun, sondern mit sich einbringen, mit Anteilnahme, mit Freude am sinnvollen und nachhaltigen tun und mit dem Geschenk für die anderen da zu sein und gleichzeitig mit der Erfahrung, dass die anderen für einem selbst da sind.

direkte demokratie

  • griechisch krat = stärke, macht, herrschaft
  • griechisch demo = volk
  • direkt = unmittelbar, persönlich
  • direkte demokratie = unmittelbare stärke des volkes

jeder einzelne mensch ist also angesprochen, seine eigene meinung beizutragen.

  • woran bilden die menschen ihre eigene meinung?
  • welche ethischen fragen bewegen die menschen?
  • wovon hängt die existenz der menschen ab?
  • welche ängste bewegen die menschen?
  • welche bildung bekommen die menschen?

die direkte demokratie erlaubt den menschen grundlegend mitzubestimmen, wie ihr eigenes leben aussehen soll, wie sie es gestalten wollen.

  • warum gibt es keine ethische menschliche instanz, welche politische interessen, vorschläge und impulse darauf anschaut, ob sie im mitmenschlichen sinne der menschheit zugute kommen?
  • warum sind politische entscheidungen hauptsächlich in bezug auf gewinn, wirtschaftlichkeit, rendite und wachstum hin orientiert?
  • kann es sein, dass politiker menschlich ethisch wenig gebildet sind?
  • kann es sein, dass die politische propaganda hauptsächlich angstschürend agiert?
  • kann es sein, dass die politische propaganda vor allem von jenen gepuscht wird, die vom wirtschaftlichen profit am meisten und unverhältinismässig viel mehr profitieren?
  • kann es sein, dass in der politik wenig interesse an menschlicher ethik vorhanden ist?

die direkte demokratie hat nicht nur die aufgabe, das volk, jeden einzelnen in die entscheide einzubeziehen, sondern was entschieden wird, sollte auch zum wohle des volkes entschieden werden, das heisst der mensch soll geschult werden in zusammenhängen des wohles der menschen.

dazu gehört, dass die menschen so gebildet werden, dass sie fähig sind, ohne angst um ihre existenz, ihren sozialen zusammenhang, ihren wert in der gesellschaft, entscheidungen zu treffen.

dazu gehört, dass die menschen lernen eigene bedürfnisse zu spüren, dass sie lernen, sich und die welt wahrzunehmen, dass sie lernen mit dem was sie umgibt in beziehung zu treten.

dazu gehört, dass zuerst ihre existenz gesichert wird, bevor sie eine politische entscheidung treffen müssen.

dazu gehört freiheit und mitgefühl und ein sinn für das ganze.

 

verwandlung in ein umfassenderes bewusstsein

menschliche erfahrungen finden auf drei ebenen statt:

  • körperlich
  • seelisch
  • geistig

die materielle ebene hat in unserer zeit das grösste gewicht. das mag daran liegen, dass sie für uns menschen die am einfachsten nachvollziehbare ebene ist. auf die materie bezogen, fällt es den menschen leicht, sich zu identifizieren und sich zu spüren. in der erfüllung der materiellen bedürfnisse meinen die menschen sicherheit zu erleben. auch die wissenschaft identifiziert sich beinahe ausschliesslich über diese ebene.

„die zukunft liegt vor uns, wir erschaffen sie durch unsere vorstellungskraft auf die gleiche weise, wie die göttliche vorstellungskraft das ganze universum erschafft.“
zitat: pir vilayat khan

die psychologie, die erforschung der seele, bindet alles seelische in einen zusammenhang hinein, der allerdings in der anerkennung und wertschätzung nicht denselben stellenwert einnimmt wie es die einseitig auf die materie bezogene wissenschaft tut.

die geistige ebene ist die wurzel jedes bewusstseins und jedes daseins. diese einsicht ist kein geschenk an den menschen sondern eine folge der bildung, der einsicht, des zusammenhanges, des menschwerdungsprozesses. der weg in das geistige ist der weg in die freiheit.

„der mensch ist ein naturwesen auf der untersten stufe, dann ist er ein gesellschaftswesen, und darüber hinaus ist er ein freies wesen.“
zitat: joseph beuys

  • eine wissenschaft, die nicht von den geistigen wurzeln des menschlichen bewusstseins, überhaupt jedes bewusstseins ausgeht ist mangelhaft, einseitig und einschränkend.
  • das seelenleben ohne spiritualität (geistigkeit) anzuschauen dreht sich im kreise, hat keinen bezug, keinen sinn und bleibt ohne wirklichen zusammenhang.
  • sich der geistigkeit zuwenden, den geistigen zusammenhang entdecken, und diesen zusammenhang in das leben hineintragen, das sind alles verwandlungen in ein umfassenderes bewusstsein.

wir menschen wandeln uns in umfassendere zusammenhänge, wir wandeln uns in die freiheit, in die liebe. der weg dorthin ist voller wunder, erleuchtungen und einweihungen!

die macht des wortes

im urbeginne war das wort,
und das wort war schaffend bei gott,
und ein göttliches wesen war das wort.
(anfang des johannesevangelium)

  • das wort ist leichtflüchtig, vor allem in form des gedankens.
  • wenn gott = geist = idee und wenn diese idee „wirklichkeit“ (materiell) wird, dann hat die manifestierte form irdischen charakter.
  • ist auch das wort, der gedanke irdisch?
  • welche wirklichkeit berühren wir menschen, wenn wir denken?

wenn hier von denken gesprochen ist, dann ist nicht kreisen gemeint, nicht dieses immer wieder dasselbe denken. sondern es ist die gedankliche aurichtung, das sich einem thema widmen, sich mit etwas auseinandersetzen, etwas zu verstehen versuchen gemeint.

  • kann denken auch meditation sein?
  • schafft denken selbst wirklichkeit?

„du kannst den geist nicht suchen, weil er der suchende ist. du kannst diesen geist nicht sehen, weil er der sehende ist. du kannst diesen geist nicht finden, weil er der findende ist. wenn du das verstehst, dann ist geist der verstehende. wenn du das nicht verstehst, ist geist das nichtverstehen. ob du es verstehst oder nicht, genau das ist geist.“
zitat: ken wilber

  • wenn denken wirklichkeitsschaffend ist, ist dann nicht alles wirklichkeit, was der mensch denkt?
  • sind wir menschen in diesem sinne nicht alle erschaffer?
  • und wenn dies so wäre, warum gehen wir mit dieser fähigkeit so matieriell, so profitorientiert und so gierig um?
  • warum erschaffen wir mit der schöpferkraft des denkens nicht eine welt die zum wohle aller ist?
  • und warum meinen die meisten menschen, das wort sei geplapper und ohne besondere kraft und wollen ihr eigenes leben nicht gestalten, nicht frei sein, nicht göttlich sein?

nur der mensch, der seine gedanken und seine worte als wirklichkeit nimmt, kann tatsächlich sein leben ändern, kann selbst entscheiden, kann einen eigenen weg gehen, kann sich entwickeln. die worte sind himmelsboten, weil sie uns menschen für die weite der freiheit öffnen.

und die freiheit ist grenzenlos und ebenso die wirklichkeit und die wahrheit!