Kategorie-Archiv: zum thema denken

zitat von rudolf steiner

„nicht nur logisch muss man den menschen betrachten können, sondern in einem sinne, der niemals ohne das überführen des intellektualismus in das künstlerische der welt zu erreichen ist. dann aber, wenn sie vom intellektualistischen gewissermassen die metamorphose vollziehen können ins künstlerische erfassen und das künstlerische als erkenntnisprinzip ausbilden können, dann finden sie das, was im menschen auf eine menschliche art, nicht auf eine naturhafte art lebt, im makrokosmos draussen, in der grossen welt. dann finden sie die verwandtschaft des menschen mit der grossen welt in einem wahrhaften sinne.“
(rudolf steiner, ga230, s. 27)

zitat von pablo picasso

„ich suche nicht, ich finde.
suchen ist, wenn man von alten dingen ausgeht, und im neuen das bereits bekannte wiederfindet.

finden ist etwas völlig neues, neu auch in der bewegung. alle wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt.
es ist ein wagnis, ein heiliges abenteuer.

die ungewissheit solcher wagnisse können nur jene auf sich nehmen, die im ungeborgenen sich geborgen wissen, die in die ungewissheit, in die führerlosigkeit geführt werden,
die sich im dunkeln einem unsichtbaren stern überlassen, die sich vom ziel ziehen lassen und nicht menschlich beschränkt und eingeengt das ziel bestimmen.

das offensein für jede neue erkenntnis, für jedes neue erlebnis im außen und innen, das ist das wesenhafte des modernen menschen, der in aller angst des loslassens noch die gnade des gehaltenseins im offenbarwerden neuer möglichkeiten zulässt.“

gedanken zum denken 1

joseph beuys hat von der sozialen skulptur gesprochen und meinte damit; das praktizieren und pflegen von mitmenschlichkeit und menschwerdung,

  • schon alleine die tatsache, dass wir mitmenschen unter mitmenschen sind, bindet jeden einzelnen menschen in einen grösseren zusammenhang hinein.
  • und warum sollte die verbindlichkeit eines zusammenhanges irgendwo halt machen?
  • und wenn dies so wäre, wo wäre dann die grenze? beim individuum? bei der familie? bei den freunden? beim staat? bei der erde als ganzes? oder beziehen wir den kosmos mit ein?
  • wir können die teile nicht verstehen, wenn wir uns nicht auf das ganze einlassen.
  • möchte ich als mensch teil des ganzen sein oder einfach nur ein vergänglicher zufall?
  • soll der mensch sich diese frage des Anteil nehmen oder Anteil sein stellen? kann er überhaupt leben ohne sich diese frage zu stellen?
  • welche konsequenzen hat die antwort, die wir auf die frage möglich machen?
  • hat das menschliche bewusstsein erschaffende kraft oder ist es sogar erschaffende kraft?
  • welche welten erschaffen wir menschen?

das menschliche dasein ist eine soziale frage!

soziale skulptur =
in ihr und durch sie wird eine mitmenschliche welt verwirklicht. der mensch als sozial, mitmenschlich kreativer kreiert und ist selbst soziale skulptur. ein anderes wort dafür ist menschwerdung.

geistige skulptur =
ist der prozess des denkens, der sich im bewusstsein ausspricht und deswegen für die tat tauglich ist. die geistige skulptur ist voraussetzung für die soziale skulptur.

die soziale skulptur ist ohne die geistige skulptur nicht möglich. für alles was durch den menschen entstehen soll, muss bewusstsein geschaffen werden. es gibt kein menschliches bewusstsein, ohne das denken.

in diesem sinne ist nach joseph beuys jeder mensch ein künstler = miterschaffender an der sozialen skulptur und zugleich selbst soziale skulptur.

  • der kreative mensch, offen, spirituell, phantasiebegabt.
  • der mensch auf dem weg in die ganzheit.
  • wir menschen unterwegs zu einer liebevollen und mitmenschlichen gemeinschaft.

uns denkend ausrichten – in richtung grösserer zusammenhang – in richtung freiheit – in richtung frieden – in richtung liebe.