Wohlfahrtswelt nicht Wohlfahrtsstaat

Wohlfahrt (von Mittelhochdeutsch wolvarn: Wohlergehen) ist
• Bemühung um die Deckung der Grundbedürfnisse von Menschen und um einen gewissen Lebensstandard,
• planmäßige, zum Gemeinwohl ausgeübte Sorge für notleidende oder gefährdete Menschen,
• Sorge für die Gesundheit der Mitmenschen, deren sittliches oder wirtschaftliches Wohl bzw. deren Erziehung zu besseren Menschen,
• Vorbeugung oder Abschreckung vor moralischem, selbst herbeigeführtem körperlichem oder materiellem Verfall.

So beschreibt Wikipedia die Wohlfahrt.
Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, die Voraussetzung für die Wohlfahrt in jedem einzelnen Menschen anzulegen (der Wille zur Wohlfahrt muss im einzelnen Menschen keimen können):

• Fähigkeit die Wohlfahrtsbedürfnisse selbst definieren zu können
• Fähigkeit, sich und seine eigenen Bedürfnisse zu spüren
• Fähigkeit mit sich und anderen Menschen tatsächlich in Beziehung zu treten (Mitgefühl, Empathie)
• Die Fähigkeit, die Freiheit mit Verantwortung verbinden zu können
• Das Wissen, dass jeder Mensch teil eines grossen Zusammenhanges ist
• Die Fähigkeit für die Welt und für die Mitmenschen zu leben und zu sorgen (so ist auch für jeden einzelnen gesorgt)
• Anstelle der vielgepriesenen Abgrenzung, die Fähigkeit und das Selbstvertrauen zu haben, sich einzubringen und zu zeigen

Voraussetzung ist eine Bildung, die den Menschen ein Bewusstsein in dieser Richtung vermittelt. Bildung die darauf ausgerichtet ist das heutige kapitalistische System, welches hauptsächlich durch die Faktoren der Gier und der Macht belebt wird, zu erhalten ergibt keinen Sinn und lässt keine Wohlfahrt zu.

Wohlfahrt wird in unserer Gesellschaft immer auf Kosten von anderen Menschen ermöglicht. Unsere heutige Wohlfahrt scheint nur durch Abgrenzung zu funktionieren. Diese Idee wird dadurch unterhalten, dass jeder Einzelne um seine eigene Wohlfahrt bangen muss, sobald er sich zu sehr Menschen und einer Welt öffnet, die Hilfe und Unterstützung braucht. Wohlfahrt ist in den Wohlstandsstaaten nur solange machbar, wie der Wirtschaftsapparat auf Kosten der Welt und auf Kosten von Menschen genügend Profit abwirft.

Ausreichende Nahrung, Wohnraum, Bildung, Wohlbefinden sind für die ganze Menschheit machbar, dafür haben wir erwiesenermassen einerseits genug Ressourcen und andrerseits genügend Knowhow.

Die Menschheit könnte mit einem drittel des derzeitigen Aufwandes ihre Bedürfnisse sinnvoll und nachhaltig decken. Ungefähr zwei drittel der insgesamten Produktion auf dem Planet Erde wird nur getätigt, um die verrückte Geldvermehrung zu unterhalten, um Schulden zu decken, welche ein System erfindet, damit Einzelne unmässig profitieren können.

Geld ist kein wirtschaftlicher Wert, Geld ist ein Rechtsmittel (für den Tausch gegen Ware), es erlaubt jedem einzelnen Menschen, seine Bedürfnisse mit dem kleinstmöglichen Aufwand zu decken. Geld soll nicht gestapelt und geschuldet werden, sondern dem Menschen die Grundlage garantieren, seiner Berufung nachzugehen.

Wohlfahrtswelt nicht Wohlfahrtsstaat; wie komme ich auf den Titel des Blockartikels. Weil ich immer dann, wenn es um die Wohlfahrt geht, wenn es um das Wohlergehen der Menschen geht hören muss, dass dies nur und ausschliesslich funktioniert, wenn man sich abgrenzt. Abgrenzung gegen andere Staaten, Abgrenzung gegen Einwanderer, Abgrenzung gegen anderes Denken, Abgrenzung gegen andere Kulturen und Religionen. Ohne die Abgrenzung (wird suggeriert) wird man nämlich ausgenommen, von den Faulen und von den Nichtstuern, von den andersgläubigen, von den andersdenkenden.
Es ist definitiv nicht so. Es gibt keine Menschen die nichts tun wollen. Es gibt vor allem viele Menschen, die im Rad des Profitzwanges funktionieren müssen und die auf Kosten anderer ihren Wohlstand erhalten müssen. Diese Menschen tun dies nicht wirklich wissentlich, sondern sie tun es aus Angst davor, auch auf der Bedürftigen Seite der Menschheit zu landen. Was sie nicht erkennen, ist, dass unser System, der Wohlfahrtsstaat, das Wohlergehen durch Gier und Machtstreben am Leben erhalten wird. Das die Wohlfahrt des einzelnen vor allem darauf ausgerichtet ist, dass es jedem gut genug geht, um im System zu funktionieren, es am Leben zu erhalten und das jeder einzelne immer die Restangst behält, zu verlieren, was er hat.

Eine Wohlfahrtswelt hat keine Feinde mehr. Der Feind ist, wenn es ihn noch gibt, nicht mehr aussen, sondern drin in jedem einzelnen von uns (vielleicht ist er dies schon immer).
Die Wirtschaft der Welt braucht eine neue Devise: „Nichts für mich, alles für die Anderen“. Für eine sinnerfüllte und befriedigende Produktion und es geht nicht mehr um Profit, sondern um wahre Bedürfnisse, um Nachhaltigkeit und um Qualität. Von dieser Wohlfahrt kann dann jeder profitieren, weil er ja immer auch der „Andere“ ist.

Eine solches Zusammenleben hätte nichts mit Abgrenzung und Angst zu tun, sondern mit sich einbringen, mit Anteilnahme, mit Freude am sinnvollen und nachhaltigen tun und mit dem Geschenk für die anderen da zu sein und gleichzeitig mit der Erfahrung, dass die anderen für einem selbst da sind.

Das menschliche Gehirn

Hirnprozesse sind die feinstofflichen Abbilder geistiger Bewegung. Im Hirn selbst existieren nur Verknüpfungen, nichts anderes. Im Hirn gibt es keine Wahrheit, keine Weisheit, keine Bilder, keine Ideen, das Hirn ist ein System von Verknüpfungen.

Grob könnte man das Gehirn in zwei Teile einteilen:
• Ein Teil, der von oben gebraucht wird, sozusagen aus der geistigen Freiheit heraus.
• Der zweite Teil, der vom Organismus in Anspruch genommen wird.

Für beide Bereiche braucht es Zugriffsroutinen, Programme welche die Verknüpfungen sinnvoll lesen und interpretieren können.

Die Routinen für beide Bereiche sind nicht im Menschen zu finden.

Der Organismus des Menschen ist ein komplexes und raffiniertes System, welches in sich alleine und auf sich selbst angewiesen niemals die Fähigkeit hätte, sich selbst zu erschaffen und zu erhalten. Das Leben, das Lebendige des menschlichen Organismus schöpft seine Informationen aus grossen Weisheitszusammenhängen. Um den menschlichen Körper in der Art zum funktionieren zu bringen, wie er funktioniert, braucht es die Komplexität eines Kosmos. Die Routine für den menschlichen Organismus ist also nicht im Menschen selbst zu suchen, sondern in den rhythmischen Kräften die aus dem All heraus auf die Erde wirken.

Nächtlich wird der Körper ausschliesslich der kosmischen Routine ausgesetzt, alles wird frisch ausgerichtet, regeneriert, abgeglichen. Tagsüber vermischen sich die Routine des Kosmos mit dem wachen Zugriff auf das kreative Selbstbewusstsein.

Ausgangspunkt für solch weitgreifende Gedanken ist eine Geistigkeit, die allem sich Offenbarendem zugrunde liegt. Wesenhaft geistiges, geistig Wesenhaftes, Geistwesen, die den Kosmos, das All, das Universum durchdringen und die auch den menschlichen Geist zum Bewusstsein verhelfen.

Aus atavistischen Zusammenhängen heraus wurde am Himmel der Tierkreis erkannt. Tierkreis und Planetensystem sind die Bildner des tierischen wie auch des menschlichen Organismus.
Die menschlich geistigen Fähigkeiten, sein kreatives schöpferisches Potential greift über die Dimension des Tierkreises hinaus, sinnbildlich, weit, weit ins Universum hinaus.

Der Mensch ist also nicht aus seinem Inneren heraus zu verstehen, weil die ihn bildenden und erhaltenden Faktoren Kräfte sind, die fortlaufend aus dem Kosmos heraus auf ihn einwirken.

Der Mensch ist eine Art kosmischer Umstülpung und er steht in der Mitte zwischen Himmel und Erde. Seelisch eingebunden, ausgestattet mit der Möglichkeit mitzugestalten, sich zu entwickeln, an der Geistigkeit teilzuhaben und mitzuwirken.

Der Mensch ist einerseits aus dem Kosmos geschaffen und andrerseits sich selbst erschaffend. Die Richtung der Entwicklung ist eine Grosse, eine dem Universum entsprechende. Die Grösse dieser Entwicklung muss entdeckt werden, denn grosse Geistigkeit gibt nicht vor, sie inspiriert.

Das menschliche Hirn ist dazu begabt herauszufinden, der Mensch ist zur Individualität begabt, zu einem Ich, welches an der grossen Freiheit, an der kosmischen Freiheit teilhaben kann.

Ohne dass sich dem Menschen die geistige Welt offenbart, wird er nicht frei. Ohne das geistige Universum einzubeziehen ist der Mensch im Ego-Gefängnis gefangen.
Die Weisheit aus der heraus wir Menschen schöpfen ist universal. Im Menschen drin, in seinem physischen Körper ist sie nicht zu finden. Auf die Weisheit müssen wir mit unserem Geist zugreifen. Geist verbindet sich mit Geist, Geist begreift sich am Geist.

zitat von rudolf steiner

„nicht nur logisch muss man den menschen betrachten können, sondern in einem sinne, der niemals ohne das überführen des intellektualismus in das künstlerische der welt zu erreichen ist. dann aber, wenn sie vom intellektualistischen gewissermassen die metamorphose vollziehen können ins künstlerische erfassen und das künstlerische als erkenntnisprinzip ausbilden können, dann finden sie das, was im menschen auf eine menschliche art, nicht auf eine naturhafte art lebt, im makrokosmos draussen, in der grossen welt. dann finden sie die verwandtschaft des menschen mit der grossen welt in einem wahrhaften sinne.“
(rudolf steiner, ga230, s. 27)

zitat von pablo picasso

„ich suche nicht, ich finde.
suchen ist, wenn man von alten dingen ausgeht, und im neuen das bereits bekannte wiederfindet.

finden ist etwas völlig neues, neu auch in der bewegung. alle wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt.
es ist ein wagnis, ein heiliges abenteuer.

die ungewissheit solcher wagnisse können nur jene auf sich nehmen, die im ungeborgenen sich geborgen wissen, die in die ungewissheit, in die führerlosigkeit geführt werden,
die sich im dunkeln einem unsichtbaren stern überlassen, die sich vom ziel ziehen lassen und nicht menschlich beschränkt und eingeengt das ziel bestimmen.

das offensein für jede neue erkenntnis, für jedes neue erlebnis im außen und innen, das ist das wesenhafte des modernen menschen, der in aller angst des loslassens noch die gnade des gehaltenseins im offenbarwerden neuer möglichkeiten zulässt.“

wandel – freiheit – liebe

nach aussage von rudolf steiner, kann der tod spirituell nicht verstanden werden, weil in der spirituellen welt der tod nicht existiert!

der mensch muss nach dem sinn des lebens fragen, ganz einfach deswegen, weil er ein unabhängiges bewusstsein hat. der mensch ist der gestalter seines eigenen lebens; und die grosse frage ist, was soll aus der gestaltung hervorgehen, wo soll sie hinführen?

• der mensch ist ein mensch unter mitmenschen.
• das „du“ ist bedingung für das „ich“.
• alle menschen zusammen sind eine grosse gemeinschaft.
• die menschen kreieren die bedingungen, des erdenlebens.

wenn wir den obenstehenden satz ernst nehmen, und davon ausgehen, dass es den tod in der spirituellen welt nicht gibt, so bekommt das leben eine weitreichende dimension. es reicht weit über irdisches hinaus.

das könnte heissen:
• der sinn des lebens kann nicht am irdischen dasein gemessen werden.
• alles was es gibt ist in verbindung, hängt zusammen.
• wir menschen sind kinder des geistes.
• alles ist im wandel; auch das, was wir tod nennen, ist nichts anderes als ein wandel.

die konsequenz von solchen einsichten könnte sein:
• wir brauchen nicht in angst zu leben, da alles sich wandeln muss, damit es weitergeht.
• der tod ist für das heutige menschliche bewusstsein das grösste abenteuer.
• alles was mit uns geschieht ist sinnvoll.
• alles was wir tun ist in einem zusammenhang drin.
• alles was wir tun hat eine wirkung auf uns selbst, auf die mitmenschen, auf den irdischen
zusammenhang, auf den geistigen zusammenhang.

das heisst vielleicht auch:
• dass die liebe das verbindende element ist.
• dass die freiheit und die liebe sich bedingen.
• dass beides, die freiheit und die liebe, kinder des wandels sind.
• dass wir an nichts festzuhalten brauchen, das alles nur leihgabe ist und geschenk und dass für jede aufgabe, das nötige zur verfügung steht.

jeder mensch hat eine mission. aus diesem impuls heraus entsteht bewusstsein, entwickelt sich bewusstsein, gibt bewusstsein sinn.

• ist die sinnsuche nicht der versuch, das ganze zu verstehen?
• ist die liebe nicht ein umfassendes wort für dieses verstehen?
• wird durch die freiheit erst möglich, sinn zu verstehen, zu finden, zu realisieren?
• wie können wir etwas finden, entdecken, wenn wir nicht bereit sind für den wandel, bereit sind loszulassen?
• ist nicht jede vision ein abenteuer, ein unterwegs sein zu unbekanntem?
• ist nicht jedes menschliche leben so ein abenteuer?
• warum hören wir menschen nicht auf, an dingen festzuhalten, die uns vermeintlich sicherheit geben, aber in wahrheit unser abenteuer blockieren?

gedanken zum denken 1

joseph beuys hat von der sozialen skulptur gesprochen und meinte damit; das praktizieren und pflegen von mitmenschlichkeit und menschwerdung,

  • schon alleine die tatsache, dass wir mitmenschen unter mitmenschen sind, bindet jeden einzelnen menschen in einen grösseren zusammenhang hinein.
  • und warum sollte die verbindlichkeit eines zusammenhanges irgendwo halt machen?
  • und wenn dies so wäre, wo wäre dann die grenze? beim individuum? bei der familie? bei den freunden? beim staat? bei der erde als ganzes? oder beziehen wir den kosmos mit ein?
  • wir können die teile nicht verstehen, wenn wir uns nicht auf das ganze einlassen.
  • möchte ich als mensch teil des ganzen sein oder einfach nur ein vergänglicher zufall?
  • soll der mensch sich diese frage des Anteil nehmen oder Anteil sein stellen? kann er überhaupt leben ohne sich diese frage zu stellen?
  • welche konsequenzen hat die antwort, die wir auf die frage möglich machen?
  • hat das menschliche bewusstsein erschaffende kraft oder ist es sogar erschaffende kraft?
  • welche welten erschaffen wir menschen?

das menschliche dasein ist eine soziale frage!

soziale skulptur =
in ihr und durch sie wird eine mitmenschliche welt verwirklicht. der mensch als sozial, mitmenschlich kreativer kreiert und ist selbst soziale skulptur. ein anderes wort dafür ist menschwerdung.

geistige skulptur =
ist der prozess des denkens, der sich im bewusstsein ausspricht und deswegen für die tat tauglich ist. die geistige skulptur ist voraussetzung für die soziale skulptur.

die soziale skulptur ist ohne die geistige skulptur nicht möglich. für alles was durch den menschen entstehen soll, muss bewusstsein geschaffen werden. es gibt kein menschliches bewusstsein, ohne das denken.

in diesem sinne ist nach joseph beuys jeder mensch ein künstler = miterschaffender an der sozialen skulptur und zugleich selbst soziale skulptur.

  • der kreative mensch, offen, spirituell, phantasiebegabt.
  • der mensch auf dem weg in die ganzheit.
  • wir menschen unterwegs zu einer liebevollen und mitmenschlichen gemeinschaft.

uns denkend ausrichten – in richtung grösserer zusammenhang – in richtung freiheit – in richtung frieden – in richtung liebe.

direkte demokratie

  • griechisch krat = stärke, macht, herrschaft
  • griechisch demo = volk
  • direkt = unmittelbar, persönlich
  • direkte demokratie = unmittelbare stärke des volkes

jeder einzelne mensch ist also angesprochen, seine eigene meinung beizutragen.

  • woran bilden die menschen ihre eigene meinung?
  • welche ethischen fragen bewegen die menschen?
  • wovon hängt die existenz der menschen ab?
  • welche ängste bewegen die menschen?
  • welche bildung bekommen die menschen?

die direkte demokratie erlaubt den menschen grundlegend mitzubestimmen, wie ihr eigenes leben aussehen soll, wie sie es gestalten wollen.

  • warum gibt es keine ethische menschliche instanz, welche politische interessen, vorschläge und impulse darauf anschaut, ob sie im mitmenschlichen sinne der menschheit zugute kommen?
  • warum sind politische entscheidungen hauptsächlich in bezug auf gewinn, wirtschaftlichkeit, rendite und wachstum hin orientiert?
  • kann es sein, dass politiker menschlich ethisch wenig gebildet sind?
  • kann es sein, dass die politische propaganda hauptsächlich angstschürend agiert?
  • kann es sein, dass die politische propaganda vor allem von jenen gepuscht wird, die vom wirtschaftlichen profit am meisten und unverhältinismässig viel mehr profitieren?
  • kann es sein, dass in der politik wenig interesse an menschlicher ethik vorhanden ist?

die direkte demokratie hat nicht nur die aufgabe, das volk, jeden einzelnen in die entscheide einzubeziehen, sondern was entschieden wird, sollte auch zum wohle des volkes entschieden werden, das heisst der mensch soll geschult werden in zusammenhängen des wohles der menschen.

dazu gehört, dass die menschen so gebildet werden, dass sie fähig sind, ohne angst um ihre existenz, ihren sozialen zusammenhang, ihren wert in der gesellschaft, entscheidungen zu treffen.

dazu gehört, dass die menschen lernen eigene bedürfnisse zu spüren, dass sie lernen, sich und die welt wahrzunehmen, dass sie lernen mit dem was sie umgibt in beziehung zu treten.

dazu gehört, dass zuerst ihre existenz gesichert wird, bevor sie eine politische entscheidung treffen müssen.

dazu gehört freiheit und mitgefühl und ein sinn für das ganze.

 

verwandlung in ein umfassenderes bewusstsein

menschliche erfahrungen finden auf drei ebenen statt:

  • körperlich
  • seelisch
  • geistig

die materielle ebene hat in unserer zeit das grösste gewicht. das mag daran liegen, dass sie für uns menschen die am einfachsten nachvollziehbare ebene ist. auf die materie bezogen, fällt es den menschen leicht, sich zu identifizieren und sich zu spüren. in der erfüllung der materiellen bedürfnisse meinen die menschen sicherheit zu erleben. auch die wissenschaft identifiziert sich beinahe ausschliesslich über diese ebene.

„die zukunft liegt vor uns, wir erschaffen sie durch unsere vorstellungskraft auf die gleiche weise, wie die göttliche vorstellungskraft das ganze universum erschafft.“
zitat: pir vilayat khan

die psychologie, die erforschung der seele, bindet alles seelische in einen zusammenhang hinein, der allerdings in der anerkennung und wertschätzung nicht denselben stellenwert einnimmt wie es die einseitig auf die materie bezogene wissenschaft tut.

die geistige ebene ist die wurzel jedes bewusstseins und jedes daseins. diese einsicht ist kein geschenk an den menschen sondern eine folge der bildung, der einsicht, des zusammenhanges, des menschwerdungsprozesses. der weg in das geistige ist der weg in die freiheit.

„der mensch ist ein naturwesen auf der untersten stufe, dann ist er ein gesellschaftswesen, und darüber hinaus ist er ein freies wesen.“
zitat: joseph beuys

  • eine wissenschaft, die nicht von den geistigen wurzeln des menschlichen bewusstseins, überhaupt jedes bewusstseins ausgeht ist mangelhaft, einseitig und einschränkend.
  • das seelenleben ohne spiritualität (geistigkeit) anzuschauen dreht sich im kreise, hat keinen bezug, keinen sinn und bleibt ohne wirklichen zusammenhang.
  • sich der geistigkeit zuwenden, den geistigen zusammenhang entdecken, und diesen zusammenhang in das leben hineintragen, das sind alles verwandlungen in ein umfassenderes bewusstsein.

wir menschen wandeln uns in umfassendere zusammenhänge, wir wandeln uns in die freiheit, in die liebe. der weg dorthin ist voller wunder, erleuchtungen und einweihungen!

die macht des wortes

im urbeginne war das wort,
und das wort war schaffend bei gott,
und ein göttliches wesen war das wort.
(anfang des johannesevangelium)

  • das wort ist leichtflüchtig, vor allem in form des gedankens.
  • wenn gott = geist = idee und wenn diese idee „wirklichkeit“ (materiell) wird, dann hat die manifestierte form irdischen charakter.
  • ist auch das wort, der gedanke irdisch?
  • welche wirklichkeit berühren wir menschen, wenn wir denken?

wenn hier von denken gesprochen ist, dann ist nicht kreisen gemeint, nicht dieses immer wieder dasselbe denken. sondern es ist die gedankliche aurichtung, das sich einem thema widmen, sich mit etwas auseinandersetzen, etwas zu verstehen versuchen gemeint.

  • kann denken auch meditation sein?
  • schafft denken selbst wirklichkeit?

„du kannst den geist nicht suchen, weil er der suchende ist. du kannst diesen geist nicht sehen, weil er der sehende ist. du kannst diesen geist nicht finden, weil er der findende ist. wenn du das verstehst, dann ist geist der verstehende. wenn du das nicht verstehst, ist geist das nichtverstehen. ob du es verstehst oder nicht, genau das ist geist.“
zitat: ken wilber

  • wenn denken wirklichkeitsschaffend ist, ist dann nicht alles wirklichkeit, was der mensch denkt?
  • sind wir menschen in diesem sinne nicht alle erschaffer?
  • und wenn dies so wäre, warum gehen wir mit dieser fähigkeit so matieriell, so profitorientiert und so gierig um?
  • warum erschaffen wir mit der schöpferkraft des denkens nicht eine welt die zum wohle aller ist?
  • und warum meinen die meisten menschen, das wort sei geplapper und ohne besondere kraft und wollen ihr eigenes leben nicht gestalten, nicht frei sein, nicht göttlich sein?

nur der mensch, der seine gedanken und seine worte als wirklichkeit nimmt, kann tatsächlich sein leben ändern, kann selbst entscheiden, kann einen eigenen weg gehen, kann sich entwickeln. die worte sind himmelsboten, weil sie uns menschen für die weite der freiheit öffnen.

und die freiheit ist grenzenlos und ebenso die wirklichkeit und die wahrheit!

nicht nur anders arbeiten, sondern andere arbeit!

  • wirtschaftlichkeit fragt nicht nach dem sinn der produkte oder nach wirklichen bedürfnissen, wirtschaftlichkeit fragt einzig nach dem gewinn, welches ein produkt auf dem markt erzielen kann.
  • nicht profitable arbeit bleibt liegen und nicht absetzbare produkte werden weggeschmissen.
  • nicht profitable arbeit (wie viele care- und fürsorgearbeiten) muss unbezahlt erledigt werden.
  • gesellschaftlicher bedarf führt nicht zu erwerbsarbeit (fürsorgearbeit kann nur bezahlt werden, wenn sie rentiert).
  • für die rendite ist eine riesige maschinerie im gang, die fieberhaft nach absetzbaren produkten auf der suche ist (absetzbarkeit als einziger sinn und zweck).
  • die globalisierte konkurrenz sorgt dafür, dass mit den produkten immer weniger gewinn erzielt werden kann, was die wirtschaft zwingt, die menge von produkten und leistungen dauernd zu erhöhen.
  • der kapitalismus schafft auf der einen seite arbeit ab, um auf der anderen seite andauernd überflüssige arbeit zu erzeugen.
  • das system der freien marktwirtschaft auf der basis der konkurrenz fördert und fordert eine masslose verschwendung von produktionsmitteln und arbeitskräften.
  • komischerweise wagen es die menschen nicht über dieses marktsystem nachzudenken, es zu hinterfragen. die menschen scheinen zu glauben, dass diese blase des profites, der macht und der gier, das überleben, den wohlstand garantiert.

es gibt keinen menschlichen grund in diesem system mitzumachen, es zu unterstützen und in ihm zu funktionieren. es funktioniert mit angst und druck, mit erpressung und unfreiheit.

ist die wirtschaft wirklich so schwer zu durchschauen, wie es immer gesagt wird? machen wir den versuch: schauen wir mit mitmenschlichkeit, mit empathie, mit offenheit, fragestellend und in freiheit auf den arbeitsmarkt, die freie marktwirtschaft, den konsumzwang, den produktionszwang, den renditezwang! was sehen wir? was erkennen wir?

wollen wir menschen uns mit unserer arbeit nicht für eine welt einsetzen, die uns zugute kommt. wollen wir nicht anders arbeiten und anderes arbeiten?